Wichtige Tipps zu ihrem neuen Kaninchen

Hier eine Information für die Kaninchenhaltung. Manche Bereiche sind nur kurz angerissen. Bei weiteren Fragen senden Sie bitte eine E-Mail an Fr. Glade FrankGlade@aol.com

 

Körpertemperatur:

38,5 - 40,0 °C

Atemfrequenz

50 - 150 / Min. in Ruhe

Herzfrequenz

120 - 150 / Min. in Ruhe

Geschlechtsreife

Kleine Rassen 10 - 14 Wochen, große Rassen 4 - 5 Monate

Zuchtreife

~8 Monate

Tragzeit

28 - 33 Tage

Wurfgröße

4 - 6 Welpen, Durchschnitt 6

Lebenserwartung

6 - 10 Jahre, Durchschnitt 8

 

Kaninchen sollten immer mind. zu Zweit gehalten werden.
Ein Meerschweinchen ist kein geeigneter Lebensgefährte für ein Kaninchen.

Käfig

Sollen Kaninchen dauerhaft mit einem nur stundenweisen Auslauf in einem Gehege untergebracht werden, sind 2 m² Grundfläche pro Kaninchen einzurechnen, bei großen Rassen 3 m². Das kann z.B. auch ein mehrstöckiger Kaninchenkäfig sein. Beachten Sie auch: kein Kaninchen möchte immer nur im Käfig sitzen, egal wie groß dieser ist. Also planen Sie einen Auslauf mit ein, z.B. einen Gitterauslauf damit sich die Kaninchen nicht hinter Schränken o.ä. verstecken. Ideal wäre ein täglicher Auslauf von mehreren Stunden.

Falls Sie die Kaninchen auf dem Balkon laufen lassen, achten Sie bitte darauf, dass genug Schatten vorhanden ist und keine Absturzgefahr besteht. Im Sommer können Sie den Kaninchen auch Auslauf im Garten können. Dazu bauen sie am Besten einen einfachen Verschlag aus Holz und Draht. Bitte auch von oben abdecken, damit keine Katzen, Hunde oder Vögel zu den Kaninchen gelangen. Auch hier darauf achten, dass Schattenplätze angeboten werden.

Streu

Als Käfigeinstreu dient normales Kleintierstreu oder Heu oder Stroh oder eine Mischung aus diesen Sorten. Pelleteinstreu (z.B. Strohpellets, Holzpellets, Heupellets) oder harte Einstreu (Holzgranulate etc.) bitte immer mit einer dicken Lage Stroh oder Heu überdecken, da die Pellets zu hart für die empfindlichen Kaninchenpfoten sind. Keinesfalls Katzenstreu benutzen.

Futter

Entgegen der landläufigen Meinung brauchen Kaninchen kein trockenes Brot für den Zahnabrieb. Aber täglich frisches Heu und frisches Wasser. Kaninchen trinken im allgemeinen lieber aus einer Schale, als aus einer Flasche. Allerdings verunreinigt das Wasser in der Schale auch schneller. Die Futternäpfe sollten schwer sein, da sie sonst umgestürzt werden oder umher getragen werden. Wählen Sie nicht zu kleine Näpfe aus.

Reinigung

Kaninchen haben einen schnellen Stoffwechsel, sie gewöhnen sich aber oft an eine bestimmte Ecke zum Harn- und Kotabsatz. Dafür gibt es spezielle Ecktoiletten, die allerdings nicht von allen Kaninchen akzeptiert werden. Diese Ecke sollte täglich gereinigt werden. Aber auch der Rest des Geheges wird schnell feucht und dreckig, und wenn es nicht regelmäßig gereinigt wird, kann es zu Krankheiten und Parasitenbefall kommen. Daher bitte mind. einmal wöchentlich den kompletten Käfig reinigen.

Außenhaltung

Kaninchen können auch ganzjährig in Außenhaltung leben. Wichtig ist, dass die Kaninchen bereits im Sommer daran gewöhnt werden und keinesfalls im Winter in beheizte Räume gelangen. Diesen kalt/warm Wechsel verkraftet ein Kaninchen nicht. Ein Kaninchen kann bis zu -20 Grad in Außenhaltung leben, solange es ein geeignetes Gehege hat.

Das Gehege sollte groß genug sein, um gleichzeitig als Auslauf zu dienen – also für 2 Kaninchen mind. 4 qm. Außerdem ist eine Höhe von mind. einem Meter zu beachten. In das Gehege kann man einen handelsüblichen Stall stellen und eine „Treppe“ bauen, damit die Kaninchen raus und rein können. Dieser Stall sollte außen mit Styropor verkleidet werden und auch das Gitterteil muss isoliert werden. Achten Sie darauf, dass die Luft trotzdem zirkulieren kann und zwar oben und nicht in Kaninchenhöhe. Innen dann eine riesige Lage Stroh und die Kaninchen haben ein warmes Winterquartier. Bitte kontrollieren Sie die Innentemperatur regelmäßig. Diese sollte nicht unter 0 Grad sein. Übrigens hoppeln sich die Kaninchen im Winter warm. Also nicht wundern, wenn sie im Auslauf sind. Wichtig ist im Winter, dass öfters eine Kleinigkeit gefüttert wird, damit das Futter nicht gefriert. Wasser auch mehrmals täglich kontrollieren und kein Glasgefäß benutzen (das platzt wenn es gefriert). Im Fachhandel gibt es auch spezielle Trink- und Futternäpfe für den Winter (beheizt). Den Stall bitte 2 mal die Woche reinigen, falls er als Toilette benutzt wird.

Das Außengehege können Sie nach eigenem Ermessen gestalten. Rascheltunnel für Katzen sind sehr beliebt. Auch Pflanzsteine und Weidenbrücken werden gerne angenommen. Wenn möglich, zimmern sie noch eine 2. Ebene in das Gehege. Kaninchen sind neugierig und haben somit den idealen Überblick. Ein Teil der Geheges sollte nicht mit Draht, sondern regenfest überdacht sein. Das ist dann auch gleich ein Sonnenschutz (wenn es nicht durchsichtig ist).

Der Boden des Geheges sollte entweder aus Betonplatten bestehen, dann bieten Sie bitte eine Buddelkiste an. Z.B. ein Katzenklo mit Erde befüllen. Es könnte auch sein, dass diese Kiste als Klo benutzt wird.

Oder das Gehege steht auf normalem Grund / Rasen, dann müssen Sie es allerdings ausbruchsicher machen. d.H., dass die Außenseiten des Geheges auch mind. 20-30 cm in den Boden eingegraben werden muss. Ansonsten buddeln sich die Kaninchen raus oder evtl. Marder / Ratten in das Gehege hinein.

Futter

Täglich frisches Heu ist sehr wichtig für die Verdauung und den Zahnabrieb. Frischfutter ist zu bevorzugen. Bitte beachten Sie, dass Sie nicht zu zuckerhaltig füttern. Also Banane, Apfel und Birne nur selten geben. Täglich können Sie Karotten, Paprika (ohne Strunk) Fenchel, Sellerie und Erdbeeren geben. Kohl in allen Variationen kann auch verfüttert werden, allerdings nicht täglich. Löwenzahn, Gras, Zweige vom ungespritzen Apfelbaum, Weide und Johannisbeerstrauch werden auch gerne genommen. Kiwi und Ananas helfen beim Fellwechsel.

Bitte kein Kernobst verfüttern. Altes, hartes Brot dient nicht der Abnutzung der Zähne. Auch wenn uns Brot hart vorkommt, für die Schneidezähne eines Kaninchens ist Brot keine Herausforderung und es nutzt dem Zahnabrieb der Schneidezähne kaum, zu den Backenzähnen gelangt das Brot nur noch als aufgeweichter Stärkebrei, es nutzt also dem Backenzahnabrieb nicht. Brot enthält zu viel schwer verdauliche Stärke und oft auch Konservierungsstoffe, Backtriebmittel und Salz, somit ist es für Kaninchen eher schwer verdaulich. Außerdem finden sich auf altem Brot oft Schimmelsporen (unsichtbar für das menschliche Auge). Brot sorgt bei übermäßiger Fütterung für Übergewicht. Es sollte von daher nicht verfüttert werden.

Als grobe Faustregel gilt: 100 g Frischfutter pro 1 kg Kaninchengewicht. Allerdings hängt die wirklich benötigte Menge von der Qualität und der Zusammensetzung der Frischfuttermenge ab. Nicht alle Frischfuttersorten können unbegrenzt gefüttert werden. Gesunde, aber schlanke Tiere, sollten vermehrt Knollengemüse bekommen, eher übergewichtige Tiere benötigen davon nicht zu viel.

Ein ausgewachsenes, abwechslungsreich ernährtes, kleines bis mittelgroßes Kaninchen in Wohnungshaltung, welches nicht zur Zucht eingesetzt wird, benötigt kein Trockenfutter, keine Pellets, kein Alleinfutter, kein Kraftfutter und kein Mastfutter!

Trockenfutter jeglicher Art ist als Energie- oder Kraftfutter zu betrachten. Die Leckerlis im Handel sind eigentlich unnötig. Aber ab und zu können Sie sie als Belohnung geben. Wobei ein Kaninchen eigentlich lieber mit einem Stück Banane belohnt wird. Bei Außenhaltung können Sie im Herbst und Winter Trockenfutter zufüttern.

Vergesellschaftung

Bitte halten Sie keine unkastrierten Rammler zusammen. Das kann nicht gut gehen. Meist passt es am besten, wenn man einen kastrierten Rammler und eine Kaninchendame zusammen hält. Falls sie 2 Rammler zusammen halten möchten, dann müssen diese bereits vor der Geschlechtsreife kastriert worden sein. Ansonsten gibt es auch hier Machtkämpfe. Übrigens, wenn Sie mehr als 2 Kaninchen haben, dann achten Sie bitte auf ein ausgeglichenes Verhältnis. Mehr Weibchen als Rammler, führt zu Zickenkrieg.

Impfung

Kaninchen sollten geben gegen Myxomatose und RHD geimpft werden, egal ob sie nur in der Wohnung gehalten werden oder nicht. RHD (Chinaseuche) und Myxomatose sind gefährliche Viruserkrankungen, die immer wieder eine hohe Ausbreitungs- als auch Sterberate verzeichnet.

Das RHD Virus (Calcivirus) befällt Haus- und Wildkaninchen, auch auf Hasen ist er übertragbar. Andere Tiere und Menschen sind gegen RHD immun. Die meisten Erkrankungen gibt es in den Sommermonaten, nur vereinzelt werden Fälle im Winter gemeldet. Die Seuche breitet sich schnell aus und Endet in 80 - 100 % der Fälle tödlich.

Das Myxomatosevirus gehört zu der Familie Pockenviren. Nach einer überstandenen Krankheit ist der Virus noch bis zu 6 Monate im Organismus des Tieres aktiv und somit ansteckend. Andere Tiere oder Menschen sind durch den Virus nicht gefährdet, nur im Labor ist eine Ansteckung möglich, der Virus ist also Wirtspezifisch.

Beide Krankheiten sind auch durchs Futter übertragbar, ebenso wie von Tier zu Tier und über den Kaninchenfloh und Stechmücken aller Art

 

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